Contact   Press reports Club
Request
Books
World War II
 

   In dem vorliegenden mit Originalbildern illustrierten Buch schildert der Autor in autobiografischer Form sein Leben von der Ausbildung zum Soldat bis zum Ende seiner anschließenden russischen Kriegsgefangenschaft. Er berichtet über seine Ausbildung beim Reichsarbeitsdienst (RAD) und bei der deutschen Wehrmacht zum Soldat bei der Fliegerabwehr. Er verschweigt nicht die schikanösen Behandlungen der Ausbilder und die Reaktionen der Rekruten. Seine Teilnahme an Kriegseinsätzen in Österreich, Dänemark und an der Ostsee stellt er detailliert dar, wobei er auch seine persönlichen und familiären Erlebnisse nicht unerwähnt lässt. Zwischen den Kriegseinsätzen nimmt er an Militärparaden in Wien und an Ausbildungslehrgängen teil, die ihn auch nach Schongau in Bayern führen, wo er auf einen Ausbilder namens Franz-Josef Strauß trifft, der nach schweren Erfrierungen an der Ostfront als Lehroffizier und Abteilungsadjutant an der Flakschule Altenstadt bei Schongau in Bayern seinen Dienst verrichtet und nach dem Krieg als Ministerpräsident von Bayern bekannt wird.

Er berichtet von seiner Gefangennahme durch die russische Armee, von dem Marsch mit den Gefangenenkolonnen nach Osten und dem entsetzlichen und grausamen Transport der Gefangenen in Viehwaggons, den mancher Gefangene nicht überlebte. Er musste mit ansehen, wie die Bewacher der Gefangenenkolonnen wahllos einen am Straßenrand stehenden 15-jährigen Jugendlichen zwangen mit den Gefangenen mitzumarschieren und wie der Jugendliche später verhungerte und starb. Er trifft bei seinem Marsch auf Frauen, die klagten Opfer von Massenvergewaltigungen geworden zu sein und ihm eindringlich zur Flucht rieten, wenn er überleben will.

Besonders eindrucksvoll sind seine grauenvollen, dramatischen Erlebnisse in russischer Gefangenschaft, die er nur knapp überlebte, was er nicht zuletzt seiner Ausbildung als Tischler verdankte, weil das russischen Bewachungs-personal seine handwerklichen Fähigkeiten schätzte. Fast täglich wurde er Zeuge von unsäglichem Leid und den unmenschlichsten Behandlungen der Bewacher an den Gefangenen, von denen auch er nicht verschont blieb und die oft genug sadistische Züge trugen. Wie der Autor immer wieder beobachten musste, war eine Flucht fast unmöglich. Wer es wagte spielte mit dem Tod, weshalb er seine eigenen Fluchtpläne schließlich aufgab. Wurde der Flüchtling nicht während der Flucht erschossen, so wurde er nach seiner Festnahme im Gefangenenlager vom Bewachungspersonal erschlagen. Ein Gefangener, der als politisch Verfolgter die deutschen Konzentrationslager überlebte, wähnte sich dort gar besser aufgehoben, als in russischer Kriegsgefangenschaft. Auch die geschilderten Verhältnisse im Gefange-nenlazarett Dnjeprodserschinsk sind so unglaublich, dass es einem unbefangenen Leser das Grauen lehren kann, wobei auch auf bestialische Weise durchgeführte tödlich endende medizinische Versuche an Menschen nicht unerwähnt bleiben. Der im Lazarett mit den primitivsten Mitteln manchmal vergeblich geführte Kampf galt nicht nur Krankheiten, sondern auch dem Ungeziefer und den Ratten.

Trotz ständigem Hunger und Durst, schwerer Erkrankungen und schwerster Verletzungen gelang es dem Autor letztlich zu überleben, um 1949 in die Freiheit entlassen zu werden.

Im Dezember 2008

Hans-Joachim Switala